Kunstausstellung selbstgemacht – Teil 45

1 Kommentar

Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben.
Hier eine weitere Anleitung:

1. Nimm eine schimmlige Bude
2. Mach sie zum Ausstellungsraum
3. Deine zehn Jahre alten Kassenbons vom Wochenendeinkauf schreibst du ab. Dann überträgst du diese Listen in ein übergroßes Format. Mindestens A3. Häng ca. zwölf dieser Listen an die Wand.
4. Nenn das ganze irgendwas mit «Kapitalismus» und/oder «Globalisierung» und/oder «Leben».
5. Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

Advertisements

eine Kunstausstellung selbstgemacht – Teil 44

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben.
Hier eine weitere Anleitung:

1. Nimm eine schimmlige Bude
2. Mach sie zum Ausstellungsraum
3. Schütt einen Haufen Sand in die Raummitte. Besorg dir ein Teesieb und einen Teelöffel. Während der Öffnungszeiten füllst du mit dem Löffel das Sieb mit Sand. Dann legst du Wege aus Sand an, indem du den Sand aus dem Sieb rieseln lässt. (Tipp: Die Lochgröße des Siebes vorher auf die Korngröße des Sandes abstimmen!) Legst du Wert auf Effekte, dann nimmst du Muschelsand und beleuchtest den Raum mit Schwarzlicht.
4. Nenn das ganze irgendwie kryptisch und über „das Werk an sich“ hinausweisend.
5. Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

Dieses Blog wirkt 2

Hinterlasse einen Kommentar

Liebe Ratsuchende,

Wenn ihr euch bisher zu unsicher wart, meine Ratschläge zu befolgen, weil ihr vielleicht glaubtet, dass ich nur Quatsch schreiben würde oder gar eine Persiflage, dann lasst euch beweisen, dass dem nicht so ist. Die von mir hier vorgestellte Methode wirkt! Seht selbst den Beweis. Seit letztem Wochenende kann man im Foyer der Galerie »Neue Meister« der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden dies bewundern:
forsythewedel1
forsythewedel2
Das sind Staubwedel in Kunststeinhaltern. Das ganze ist, obwohl mehrfach vorhanden, ein »Choreographisches Objekt«. Es heißt »TOWARDS THE DIAGNOSTIC GAZE«. Ihr könnt: „…die Staubwedel in die Hand nehmen, sie mit ausgestrecktem Arm in vollkommener Ruhe vor Euch halten und spüren, wie die ‚Erschütterung‘, vom eigenen Herzschlag ausgelöst, sich als minimale Schwingung über den Arm, die Hand bis in die Spitzen der Federn ausbreitet. …“ (Zitat SKD).

Das war doch einfach, oder? Und so sinnig! Denn dieses Objekt begleitet die Ausstellung
»Erschütterung der Sinne«

Fabriziert hat diese installative Raumarbeit der Choreograph Forsythe. Der Mann ist in der Tanzkunst seit Jahrzehnten ein ganz Großer. Er ist derartig groß, dass er seine Tanzcompagnie gleichzeitig mit hessischen und sächsischen Steuergeldern finanziert bekommt. Nun weiß ich nicht, was in seinem Vertrag mit Sachsen steht. Aber es scheint, als wäre er verpflichtet, sich einmal im Jahr mit einer Aktion an das Publikum außerhalb der Tanzszene zu wenden. Im vorigen Jahr ließ er eine riesige weiße Hüpfburg aufblasen. Dazu gab es wertvolle Erklärungen von ihm. Dieses Jahr erfüllt er, so scheint es mir, seine Vertragspflicht mit diesem »Choreographischen Objekt«. Ich finde das Klasse. Ich bin begeistert. Also lasst euch nicht entmutigen! Ihr seid auf dem richtigen Weg. Hier in den Kommentaren könnt ihr von euren Erfolgen berichten. (Gern auch anonym.)

PS: Die Hervorhebungen in Fettschreibung sollen Hilfestellungen für Kunsterklärzettel sein. Die Verwendung solcher Begriffe ist angeraten. Aber dazu komme ich später.

Kunstausstellung selbstgemacht – Teil 43

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben.
Hier eine weitere Anleitung:

1. Nimm eine schimmlige Bude
2. Mach sie zum Ausstellungsraum
3. Montier ausgediente Satellitenschüsseln verschiedenster Größe an die Wände. (Wenn Du in der Oberliga mitspielen willst, dann haben alle Schüsseln Kabel, die in einen Receiver münden. Dieser Receiver ist dann wiederum mit einem Fernseher verbunden, der permanent Bild und Ton ausgibt.)
4. Nenn das ganze irgendwie kryptisch und über „das Werk an sich“ hinausweisend.

Das war doch einfach, oder?