Kalender als Bildschirmtapete – April 2015

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Ein Bildschirmkalender ohne Ostern. Mit GIMP bin ich noch nicht so gut und GIMP selber ist ebenfalls noch nicht so gut, als daß ich einzelne Ziffern in einem Fließtext farblich anders darstellen lassen kann. Die Sonntage sind schlicht eine eigene Textebene in Rot. Aber jetzt auch noch für den 3. und den 6.  eigene Textebenen hinzufriemeln, nur damit diese Feiertage auch noch Rot erscheinen, war mir zu nervig. Photoshopper – Ihr habt es besser!

April vorbei 15 April dahin.

Bild: cc by-sa 3.0 de

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Dresden Gällerie Gaid – von größter Wichtigkeit

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Liebe Ratsuchende!

Letztens fiel mir ein Faltblatt in die Hände, das ich euch nicht vorenthalten möchte. Es ist großartig!

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(klick aufs Bild)

 

Der Künstler Jonas Lewek sei hiermit lobend erwähnt. Das Faltblatt trifft voll meinen Humor. Ich hoffe, ihr könnt auch drüber lachen. Und als Kunst genommen ist es diese Arbeit wert, in diesem Blog erwähnt zu werden.

Nachtrag: Kein Wunder, daß Lewek so etwas Tolles schuf. Er war Meisterschüler bei Prof. Bosslet. Der Eberhard war auch schon Thema in diesm Blog. Ihr erinnert euch vielleicht an meinen Beitrag „Dieses Blog wirkt 1“ von vor zwei Jahren. Bosslet ist der, der die auf leeren Supermarktparkplätzen zu einem Kreis zusammengekoppelten Einkaufswagen zur Kunst erklärt hat.

Vorsicht mit Kunst im öffentlichen Raum!

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Liebe Ratsuchende!

Guerilla-Aktionen mit Kunst im öffentlichen Raum sind schön und gut. Sie sollten aber harmlos daherkommen oder so angelegt sein, daß man nicht auf euch als Urheber kommt. Polizei- und Feuerwehreinsätze und Sperrungen von Bahnhöfen oder Brücken etc.  wird regelmäßig teuer für die Verursacher, so sie denn gefunden werden.
Ich warne aus aktuellem Anlass. Gestern gab es einen Polizeieinsatz am Dresdner Hauptbahnhof wegen dieser Installation mit dem Titel „I’M NOT HERE“:

Wiener Platz Kunst
Sie hat die schwärmerische Frühlingssehnsucht der Romantiker, die gerade in und um Dresden ihre Treffpunkte hatten, ins Hier und Heute übersetzt, nicht ohne auf die Entpersonalisierung der Produktionsverhältnisse in heutiger Zeit hinzuweisen, wie es schon die Romantiker taten. Außerdem ist das Werk eine Auseinandersetzung mit den Grundlagen der heteronormativen Gesellschaft, die dringend des Aufbrechens durch Gender Mainstreaming bedarf, um Männer in die sozialen Pflichten einer Haushaltung einzubinden. Es ist eine einzige Anklage gegen abwesende Väter, die nach der Hit-and-Run-Methode Frauen schwängern und sich dann aller Verantwortung entziehen. Diese Intervention im öffentlichen Raum thematisiert die gerade in Dresden kontrovers diskutierte Refugee-Problematik und weist darauf hin, das wir alle Flüchtlinge sind, fast überall.

Weitere Interpretationen dürft ihr gern im Kommentarbereich hinterlassen.

Neoliberale Kunstausstellungskunst selbstgemacht – Ratschlag 79

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Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben. Hier eine weitere Anleitung:

1. Schritt: Nimm eine alte Bude.
2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.
3. Schritt: Nimm einen Schreibtisch, einen Stuhl, einen PC und ein altes PC-Spiel. Lass das Publikum daddeln und projizier den Haiskor an die Wand gegenüber. Der Gewinner bekommt als Preis eine Flasche Champagner. Mach von der Flasche ein Preisfoto und befestige es über der Projektionsfläche. Aber: Dieser Preis wird zur Eröffnung verliehen, da der Gewinner von vornherein feststeht. Der Preis geht an deinen Kurator, denn er besitzt die Produktionsmittel… etc. pp. usw. usf. Der Zeitpunkt der Preisvergabe wird während der Ausstellungsdauer nicht mehr kommuniziert.
4. Schritt: Nenn das Werk „Bewerbungsmarathon“.
5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

Rakelige Kunstausstellungskunst selbstgemacht – Ratschlag 78

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Liebe Ratsuchende,

Hatte ich euch im letzten Ratschlag noch geraten, Tapetenmuster künstlerisch umzusetzen, könnt ihr euch in einem nächsten Schritt in die Tiefe vorarbeiten und das Aussehen der Wand auf einem Bildträger festhalten.

Solche abstrakte Bilder sind derzeit groß im Schwange. Sie bieten den unschlagbaren Vorteil, daß man als Ausgangspunkt der Abstraktion jedes und alles behaupten kann. Ist die Farbstimmung mehr hell, dann habt ihr euch von einer Reise in die tunesische Sahara inspirieren lassen. (Nenn es „arabischer Frühling“!) Ist die Farbstimmung mehr dunkel, dann war der Ausgangspunkt Fotografien aus Auschwitz. Also nicht aus dem Ort Oświęcim, aber das habt ihr ja auch nicht angenommen, stimmt’s?.

Hier die Anleitung:

  1. Schritt: Nimm eine alte Bude.
  2. Schritt:Mach sie zum Ausstellungsraum.
  3. Schritt: Beschichte einen Bildträger mit verschieden Farbschichten. Geh immer wieder zwischendurch mit dem Rakel drüber. Wenn das Bild dekorativ genug ist, lass es trocknen.
  4. Schritt: Nenn solche Bilder irgendwie allgemein, aber eindeutig genug, sodaß der Kunsthandel es später einfach hat. Nenn sie z.B. „Abstraktion 2015 (12/44)“. Liefer die Interpretation im Kunsterklärzettel.
  5. Wenn es dir schwer fällt, in eine passende mentale Stimmung zu kommen, dann mach die Eröffnungsparty vor Beginn des Malprozesses.

Das war doch einfach, oder?

Nehmt euch ein Beispiel an einem der teuersten noch lebenden Maler und derzeit größtem Künstlersohn Dresdens, Gerhard Richter. Der hat letzte Woche unter großem Medienecho neue Bilder in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden hängen lassen. Diese sind von den Fotos aus dem KL Auschwitz-Birkenau inspiriert.

Keine Angst! Es ist alles im grünen, im korrekten, Bereich. Selbst Gerhard Genie würde sich nichts erlauben und sich etwa vom Auschwitz-Album aus Jad Vaschem inspirieren lassen. Die von ihm verwendeten Fotos sind nicht von Wachmannschaften beauftragt oder gar geschossen, sondern von Häftlingen fotografiert worden. Zu sehen auf Wikimedia.

Mir ist allerdings nicht klar, welchen Unterschied es machen soll, ob dieses Verbrechen von den Tätern oder den Opfern fotografisch dokumentiert wurde. Künstlerische Reflexion war unter diesen Umständen ohnehin nicht zu erwarten. Inwieweit bei den Fotos, die die Alliierten anfertigten, vom rein Dokumentarischen abgewichen wurde, vermag ich nicht zu sagen. Das ist aber sicherlich schon mal irgendwo wissenschaftlich untersucht worden.

 

Nicht nur wegen des heutigen geistigen Klimas unter unserer Intelligentsija steht einer künstlerischen Auseinandersetzung mit den Verbrechen eurer Urgroßväter nichts im Wege. So etwas kann man immer machen. Jede Generation aufs neue. Es könnte euch den Weg direkt in die Schauhallen der Kunstvereine öffnen, denn es gibt sehr wenig aktuelle bildende Kunst zum Thema von der 3. und 4. Generation. Spielfilme sind derzeit die Kunstform der Wahl, um sich des Themas anzunehmen.

Das KL Auschwitz-Birkenau ist jetzt zwar schon vergeben, aber es gibt ja noch genügend andere Fotos von genügend anderen KZs. Einfach Rakel rausholen und loslegen, liebe Ratsuchende! Mit der medialen Begleitung wird es schwieriger als bei Gerd „Genie“ Richter. Denn der Prophet aller Rakelschwinger ist an einem Punkt der Künstlerexistenz angekommen, wo alles, wirklich alles, was er jemals gemacht hat, macht und machen wird, als große Kunst in den Himmel gehoben wird. Er könnte mit dem Staubwedel von Forsait Farbe auf die Fensterscheiben des Albertinums spritzen. Beides würde sofort als Werk musealisiert. (die Performänz und die Spritzer, nicht der Staubwedel). Es sei ihm gegönnt, auf eine Stufe mit Picasso und Michelangelo gestellt zu werden. Ich bleibe skeptisch und warte mal lieber noch 120 Jahre, bevor ich in den Chor, der Gerhards Genius besingt, einstimme.

Eine schöne Idee finde ich die „Spiegelung“ der Ölgemälde durch gleichgroße Fotos eben dieser. Wer es schafft, seine auf Tafeln aufgezogene Materialsammlung an ein Museum zu verkaufen, der wird auch ein Foto seiner Ölgemälde in Originalgröße teuer verkaufen können. Definitiv eine Idee, die man sich merken sollte. So spart man sich Zeit und Produktionskosten. Die Kuratoren nennen das einen „Dialog zwischen Malerei und Fotografie“.

So geht das.