Zombie–Formalismus bezeichnet eine Stilrichtung der abstrakten Malerei. Wo Gott Gerhard noch rakelt, wird bei Bildern des Zombie–Formalismus geschmirgelt, abgezogen und sandgestrahlt. Wichtig ist, dass das Werk aussieht wie eine flüchtig gespachtelte, auf Tapete wartende Wand. Das Werk erzählt nichts. Es hat keinen Inhalt, keine Bedeutung außer seiner reinen Existenz. Genau das richtige für Leute, die irgendwas mit Kunst machen wollen. Beliebt bei Leuten, die irgendwelche Kunst für was auch immer brauchen. Hauptsache großformatig.

Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben.

Hier eine weitere Anleitung:

1. Schritt: Nimm eine alte Bude.

2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.

3. Schritt: Nimm Leinwände aus dem Baumarkt. Beginne mit zwei Schichten Farben, die du flächig aufträgst. Nach dem Antrocknen schleifst du die Leinwand mit der Farbfläche nach unten solange über den Garagenboden, bis sich eine zufriedenstellende Struktur ergibt. Wichtig: Die Farben sollen sich nicht beißen!

Wenn du geübter bist, dann kannst du mit den Farbschichten experimentieren. Z.B. an den Ecken jeweils verschiedene Farben und dann alles mit 100er Sandpapier überschleifen. Du kannst auch Farbschichten auftragen und die oberen Schichten mit Lösungsmittel wieder partiell abwaschen.

Ist dir Farbe zu umständlich, kannst du auch Materialbilder herstellen. Aber zu Materialbildern komme ich nochmal extra.

Wichtig ist die totale Leere, die sich bei der Betrachtung einstellt. Mit Zen hat Zombie Formalismus allerdings nichts zu tun.

4. Schritt: Nenn das ganze irgendwie kryptisch und über das Werk an Sich hinausweisend.

5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

 

Das war doch einfach, oder?

Advertisements