Vorsicht mit Kunst im öffentlichen Raum!

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Liebe Ratsuchende!

Guerilla-Aktionen mit Kunst im öffentlichen Raum sind schön und gut. Sie sollten aber harmlos daherkommen oder so angelegt sein, daß man nicht auf euch als Urheber kommt. Polizei- und Feuerwehreinsätze und Sperrungen von Bahnhöfen oder Brücken etc.  wird regelmäßig teuer für die Verursacher, so sie denn gefunden werden.
Ich warne aus aktuellem Anlass. Gestern gab es einen Polizeieinsatz am Dresdner Hauptbahnhof wegen dieser Installation mit dem Titel „I’M NOT HERE“:

Wiener Platz Kunst
Sie hat die schwärmerische Frühlingssehnsucht der Romantiker, die gerade in und um Dresden ihre Treffpunkte hatten, ins Hier und Heute übersetzt, nicht ohne auf die Entpersonalisierung der Produktionsverhältnisse in heutiger Zeit hinzuweisen, wie es schon die Romantiker taten. Außerdem ist das Werk eine Auseinandersetzung mit den Grundlagen der heteronormativen Gesellschaft, die dringend des Aufbrechens durch Gender Mainstreaming bedarf, um Männer in die sozialen Pflichten einer Haushaltung einzubinden. Es ist eine einzige Anklage gegen abwesende Väter, die nach der Hit-and-Run-Methode Frauen schwängern und sich dann aller Verantwortung entziehen. Diese Intervention im öffentlichen Raum thematisiert die gerade in Dresden kontrovers diskutierte Refugee-Problematik und weist darauf hin, das wir alle Flüchtlinge sind, fast überall.

Weitere Interpretationen dürft ihr gern im Kommentarbereich hinterlassen.

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Dieses Blog wirkt – Veranstaltungshinweis

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Liebe Ratsuchende!

Im C.Rockefeller Center For The Contemporary Arts in Dresden eröffnet am 12.6. und am 28.6. eine Ausstellung! Und zwar eine besonders lohnenswerte aus Sicht des Blogwarts.
Ich freu mich und gestatte mir, aus dem Ankündigungstext zu zitieren: „Wir laden Sie herzlich ein zur Einzelausstellung “WM 2014″ des Künstler GRR WEST (b.1972, studierte an der Liverpool Art School, England).
Zweiunddreißig Kruzifixe tragen die Heimtrikots aller teilnehmender Nationen. Jede Figur ist aus Kunstharz gegossen, handbemalt und lackiert. Die Größe beträgt 24 x 14 cm. Die Figuren haben eine Aufhängung an der Rückseite. Es werden ausgewählte Spiele im Ausstellungsraum übertragen.“
Das erste art viewing beginnt um 19 uhr mit Brasilien gegen Kroatien.

Das ist doch einfach, oder?

P.S.: Über dieses Austellungszentrum könnt ihr euch im Selbststudium auf deren Internetauftritt informieren. Ich finde die dort gezeigten Sachen meistens so lala und nicht wirklich erwähnenswert. Schließlich will ich nur Ratschläge zur Verfertigung wirklicher zeitgenössischer Qualitätskunst® erteilen.

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Liebe Ratsuchende!

Wieder einmal wurde die Wirkung der Ratschläge dieses Blogs bewiesen. Den Ratschlag 45 hat der amerikanische Künstler Gabriel Kuri sich zu Herzen genommen und es bis auf die Kunstmesse FREEZE geschafft.
Also nur Mut!

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Liebe Ratsuchende,

Wenn ihr euch bisher zu unsicher wart, meine Ratschläge zu befolgen, weil ihr vielleicht glaubtet, dass ich nur Quatsch schreiben würde oder gar eine Persiflage, dann lasst euch beweisen, dass dem nicht so ist. Die von mir hier vorgestellte Methode wirkt! Seht selbst den Beweis. Seit letztem Wochenende kann man im Foyer der Galerie »Neue Meister« der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden dies bewundern:
forsythewedel1
forsythewedel2
Das sind Staubwedel in Kunststeinhaltern. Das ganze ist, obwohl mehrfach vorhanden, ein »Choreographisches Objekt«. Es heißt »TOWARDS THE DIAGNOSTIC GAZE«. Ihr könnt: „…die Staubwedel in die Hand nehmen, sie mit ausgestrecktem Arm in vollkommener Ruhe vor Euch halten und spüren, wie die ‚Erschütterung‘, vom eigenen Herzschlag ausgelöst, sich als minimale Schwingung über den Arm, die Hand bis in die Spitzen der Federn ausbreitet. …“ (Zitat SKD).

Das war doch einfach, oder? Und so sinnig! Denn dieses Objekt begleitet die Ausstellung
»Erschütterung der Sinne«

Fabriziert hat diese installative Raumarbeit der Choreograph Forsythe. Der Mann ist in der Tanzkunst seit Jahrzehnten ein ganz Großer. Er ist derartig groß, dass er seine Tanzcompagnie gleichzeitig mit hessischen und sächsischen Steuergeldern finanziert bekommt. Nun weiß ich nicht, was in seinem Vertrag mit Sachsen steht. Aber es scheint, als wäre er verpflichtet, sich einmal im Jahr mit einer Aktion an das Publikum außerhalb der Tanzszene zu wenden. Im vorigen Jahr ließ er eine riesige weiße Hüpfburg aufblasen. Dazu gab es wertvolle Erklärungen von ihm. Dieses Jahr erfüllt er, so scheint es mir, seine Vertragspflicht mit diesem »Choreographischen Objekt«. Ich finde das Klasse. Ich bin begeistert. Also lasst euch nicht entmutigen! Ihr seid auf dem richtigen Weg. Hier in den Kommentaren könnt ihr von euren Erfolgen berichten. (Gern auch anonym.)

PS: Die Hervorhebungen in Fettschreibung sollen Hilfestellungen für Kunsterklärzettel sein. Die Verwendung solcher Begriffe ist angeraten. Aber dazu komme ich später.

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Notiz vom 4.7.2015:

Der Link im Originalartikel ging zu einer PDF-Datei auf der Webseite des cynal e.V.. Leider haben sich meine Hoffnungen auf einen klassischen Kunstblog aus Dresden auch hier nicht erfüllt. Zum 1.7.15 wurden die Maschinen abgestellt. Ruhe in Frieden, cynal.de!

Aber die Anleitung gibt es noch immer. Sie steht nach wie vor auf der Hohmpädsch des Künstlers, lesefreundlich in html und mit Originalfotos. Danke, Professor Bosslet!

 

Originalpostung:

Andere haben sich entschieden, ebenfalls eine Kunstanleitung zu veröffentlichen. Weiter so! „Hier klicken! Bitte ganz nach unten scrollen“
Wäre ich jetzt Teil der dresdner Kunstszene, müßte ich mich über die Trittbrettfahrerei des verbeamteten Kunstlehrers ärgern. Aber zum Glück bin ich das nicht. Ich begrüße ausdrücklich weitere Anleitungen für Euch, meine lieben Ratsuchenden. Außerdem bin ich ein bischen neidisch. Einkaufswagen in der Frühe auf dem noch leeren Supermarktpark– platz zum Kreis zusammenzuschließen ist definitiv ein Kunstprojekt, das diesem Blog würdig ist.
Man könnte noch vier rote Stumpenkerzen drauf verteilen. Aber nur, damit man so einen Einkaufswagenkreis nicht als Witz angetrunkerner Gymnasiasten auf dem Nachhauseweg verkennt.

Zum Aninstitut der Dresdner Kunsthochschule, genannt „Kunsthaus Dresden“ komme ich vielleicht später mal.