Sommergeplauder 5: Das Kunsthaus Dresden langweilt sich und andere. ODER Eine Warnung vor Ruhm.

Hinterlasse einen Kommentar

Die Kunsthaussaison 2015/16 ist beendet und ich genieße bei 30°C im Schatten in meiner Klotzscher Hängematte ein alkoholfreies Weizenbier. Dabei lasse ich die vergangene Saison im Kunsthaus Dresden Revue passieren. Wobei es diesmal nicht so viel zu erzählen gibt, gemessen an der vorhergegangenen Saison. Sparflamme in allen Bereichen war angesagt.

Vom 1. November 2015 bis in den März 2016 gab es die Ausstellung

Ortstermin mit Leoni Wirth

Modelle und Entwürfe aus dem Atelier von Leoni Wirth und zeitgenössische Positionen zu Abstraktion und Moderne

Leoni Wirth und Rimma Arslanov, Susan Hefuna, Margret Hoppe, Ali Kaaf, Su-Ran Sichling, Mona Vatamu / Florin Tudor Kuratiert von Torsten Birne und Christiane Mennicke-Schwarz

 

Es war eine Austellung, deren Armseligkeit sachliche Reduziertheit traurig und ein Stück weit betroffen machte. Nichts gegen Kunst am Bau und nichts gegen Leonie Wirth, aber solch Ausstellung wäre vielleicht dem Heimatmuseum in Dippoldiswalde angemessen, wäre Frau Wirth eine Tochter jener Stadt gewesen. Mir sind die Gründe für die Entscheidung, eine Künstlerin, die doch recht wenig und das, abgesehen von ihrem Hauptwerk, recht durchschnittlich gemacht hat, fünf volle Monate im Kunsthaus Dresden zu präsentieren, unbekannt. Es wurde durch den Ausstellungsbesuch auch nicht klarer und blieb letztlich unverständlich. Am Geldmangel konnte es doch nicht liegen angesichts der Tatsache, dass ein Architektenbüro für die Ausstellungseinrichtung inklusive extra angefertigter Vitrinen sorgte.

Frau Wirth hinterließ einfach kein Övre, welches mengenmäßig groß genug ist, um den Ausstellungsort zu bespielen. Um das Haus zu füllen, gab es deshalb noch andere Kunst anderer Künstler zu sehen. Das war aber keine Kunst–am–Bau bezogene Kunst, sondern irgendwelche Beliebigkeit. Die Werke hatte ich alle schon wieder vergessen, als ich zwei Stunden später zu Hause war und meine ersten Eindrücke niederschreiben wollte. Seltsam. Soetwas passiert mir selten. Hier die Fotogalerie des Kunsthaus. »KLICK« (Der letzte Absatz des Begleittext auf der Homepage lässt die Klasse der Verfasserin in Bezug auf  Kuratorengeschwurbel aufblitzen.)

 

Leonie Wirths machte Kunst am Bau und schuf einige Brunnen in der Stadt. Ihr Opus Magnum war der Pusteblumenbrunnen auf der Prager Straße. Dieser wurde im Zuge der Neugestaltung abgerissen und in veränderter Form im Stadtteil Prohlis wieder aufgebaut. Auch auf der Prager Straße gibt es einen Wassersprüher, der sich der Pusteblumenform bedient, aber das ist nicht dasselbe. Der alte Pusteblumenbrunnen war ein tolles Wasserspiel. Der hatte Ausstrahlung. Was heute an dieser Stelle steht, ist ein Witz dagegen.

Ein beeindruckendes Ensemble  ©Deutsche Fotothek‎, Fotothek df ps 0002955 Brunnen, CC BY-SA 3.0 DE

Ein beeindruckendes Ensemble
©Deutsche Fotothek‎, Fotothek df ps 0002955 Brunnen, CC BY-SA 3.0 DE

Leoni Wirths Alterswerk bestand aus höchstem Einsatz für den Tierschutz bei Nutztieren. Sie verhinderte in den 90ern im Alleingang die artgerechte Haltung von Galloway-Rindern bei den Bauern in der Umgebung von Rochwitz. Rochwitz ist ein nach Dresden eingemeindetes Dorf im Schönfelder Hochland, wo das Haus von Leonie Wirth steht. »KLICK«

Sie nutze ihren täglichen Spaziergang zur Patrouille entlang der Weiden. Und sobald etwas ihr Missfallen erregte, stellte sie sofort Anzeige wegen Tierquälerei bei Polizei und Amtstierarzt. Die technische Entwicklung in Form von Mobiltelefonen kam ihr dabei entgegen. Sie hatte sich auf einen Bauern eingeschossen, der seine winterharten Rinder im Schnee auf der Weide ließ. Ihre Anzeigeritis nahm solche Ausmaße an, dass nicht nur der Bauer, der Amtstierarzt und die Polizei entnervt aufgaben, sondern die lokale Presse mehrere Artikel über Frau Wirth schrieb. Künstlerisch tätig war sie nur noch bei der Anfertigung großer Pappmascheèköpfe von Landespolitikern, die sie dann mit ihren Freundinnen auf den gemeinsamen Tierschutzdemos mitführte. Diese Pappmascheèarbeiten fehlten leider in der Austellung. Wie auch ihr Einsatz für den Tierschutz nirgends erwähnt wurde. Schade und unverständlich. Das hätte den Menschen Leonie Wirth viel vollständiger erscheinen lassen. Verschwiegen ausgerechnet im Kunsthaus Dresden, welches sich sonst nie scheut, in seinen Ausstellungen die „richtige“ Ideologie unter die Leute zu bringen.  Jedenfalls solltet ihr, liebe Ratsuchende, euch genau überlegen, ob ihr berühmt werden möchtet, wenn die Möglichkeit besteht,  postum mit solchen Ausstellungen geehrt zu werden.  Diese Präsentation war eher eine Warnung vor Ruhm.

Man könnte jetzt sagen, dass es besser ist, an Ausstellungen, die von Christiane Mennicke-Schwarz und Torsten Birne kuratiert worden sind, niedrige Ansprüche zu knüpfen, um nicht enttäuscht zu werden. Aber wir dürfen nicht vergessen, was das Kunsthaus Dresden in Wahrheit ist. Es ist das »An-Institut für Ausstellungstheorie und –praxis der HfbK Dresden«. Und das war eine Versuchsanordnung, stimmts?

 

Ratschlag 95 – hohmdekor–Kunstausstellungkunst selbstgemacht

Hinterlasse einen Kommentar

Heute mal ein Ratschlag für alle unter Euch, die mit Farbe arbeiten. Ob Gott Gerhard, Halbgott Damien oder ihre Kollegen, sie alle konnten sich nicht zurückhalten, etwas als Kunst zu deklarieren, was ich für so ziemlich das Langweiligste halte, was in einer Galerie die Wände belegen kann. Ich rede von Farbtafeln.

Wenn ein Maler seine Farben auf Maluntergrund aufbringt, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie diese getrocknet und bei Tageslicht wirken, dann ist das eine rein handwerkliche Tätigkeit, die durchaus sinnvoll sein kann. Dann noch die Beschriftung der jeweiligen Farbbehältnisse druntergeschrieben, damit man sie auch wiederfindet und gut ist. Daraus allerdings ein Werk zu machen, zeugt entweder von Chuzpe oder von Einfallslosigkeit. Ob eckige oder runde Flächen auf diesen Farbtafeln oder etwa „Bilder“ in Serie in A4-Format und gerahmt, mit jeweils einer Farbe angestrichen, ist egal. Leicht verdientes Geld lockt.

Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben. Hier eine weitere Anleitung:

1. Schritt: Nimm eine alte Bude.

2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.

3. Schritt: Nimm eine Fertigleinwand und deine Auswahl an fertig gemischten Acrylfarben. Zähle durch, wieviele Farbflächen du benötigst und zeichne die Kästchen mit Zeichenkohle vor. Dann füllst du die Leinwand mit den Farben. Mach dir vorher Gedanken, wie es harmonisch aussehen könnte. (Vielleicht erinnerst du dich an deinen Kunstleistungskurs am Gymnasium. Dort habt ihr das schon mal mit Wasserfarbe gemacht.) Mit der Zeichenkohle schreibst du geheimnisvolle Kürzel unter die einzelnen Farbflächen. Im Kunsterklärzettel nimmst du Bezug auf eine der zahlreich vorliegenden Farbenlehren.

Willst du in einem off-space austellen, kaufst du dir in einem 1-€-Laden einen Block mit farbigem Karton und genau so viele rahmenlose Fotohalter, wie es verschiedene Farben in diesem Block gibt. Den Karton schneidest du aus und füllst damit diese Fotohalter.

4. Schritt: Nenn das ganze irgendwie kryptisch und über das Werk an Sich hinausweisend.

5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

Rakelige Kunstausstellungskunst selbstgemacht – Ratschlag 78

Hinterlasse einen Kommentar

Liebe Ratsuchende,

Hatte ich euch im letzten Ratschlag noch geraten, Tapetenmuster künstlerisch umzusetzen, könnt ihr euch in einem nächsten Schritt in die Tiefe vorarbeiten und das Aussehen der Wand auf einem Bildträger festhalten.

Solche abstrakte Bilder sind derzeit groß im Schwange. Sie bieten den unschlagbaren Vorteil, daß man als Ausgangspunkt der Abstraktion jedes und alles behaupten kann. Ist die Farbstimmung mehr hell, dann habt ihr euch von einer Reise in die tunesische Sahara inspirieren lassen. (Nenn es „arabischer Frühling“!) Ist die Farbstimmung mehr dunkel, dann war der Ausgangspunkt Fotografien aus Auschwitz. Also nicht aus dem Ort Oświęcim, aber das habt ihr ja auch nicht angenommen, stimmt’s?.

Hier die Anleitung:

  1. Schritt: Nimm eine alte Bude.
  2. Schritt:Mach sie zum Ausstellungsraum.
  3. Schritt: Beschichte einen Bildträger mit verschieden Farbschichten. Geh immer wieder zwischendurch mit dem Rakel drüber. Wenn das Bild dekorativ genug ist, lass es trocknen.
  4. Schritt: Nenn solche Bilder irgendwie allgemein, aber eindeutig genug, sodaß der Kunsthandel es später einfach hat. Nenn sie z.B. „Abstraktion 2015 (12/44)“. Liefer die Interpretation im Kunsterklärzettel.
  5. Wenn es dir schwer fällt, in eine passende mentale Stimmung zu kommen, dann mach die Eröffnungsparty vor Beginn des Malprozesses.

Das war doch einfach, oder?

Nehmt euch ein Beispiel an einem der teuersten noch lebenden Maler und derzeit größtem Künstlersohn Dresdens, Gerhard Richter. Der hat letzte Woche unter großem Medienecho neue Bilder in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden hängen lassen. Diese sind von den Fotos aus dem KL Auschwitz-Birkenau inspiriert.

Keine Angst! Es ist alles im grünen, im korrekten, Bereich. Selbst Gerhard Genie würde sich nichts erlauben und sich etwa vom Auschwitz-Album aus Jad Vaschem inspirieren lassen. Die von ihm verwendeten Fotos sind nicht von Wachmannschaften beauftragt oder gar geschossen, sondern von Häftlingen fotografiert worden. Zu sehen auf Wikimedia.

Mir ist allerdings nicht klar, welchen Unterschied es machen soll, ob dieses Verbrechen von den Tätern oder den Opfern fotografisch dokumentiert wurde. Künstlerische Reflexion war unter diesen Umständen ohnehin nicht zu erwarten. Inwieweit bei den Fotos, die die Alliierten anfertigten, vom rein Dokumentarischen abgewichen wurde, vermag ich nicht zu sagen. Das ist aber sicherlich schon mal irgendwo wissenschaftlich untersucht worden.

 

Nicht nur wegen des heutigen geistigen Klimas unter unserer Intelligentsija steht einer künstlerischen Auseinandersetzung mit den Verbrechen eurer Urgroßväter nichts im Wege. So etwas kann man immer machen. Jede Generation aufs neue. Es könnte euch den Weg direkt in die Schauhallen der Kunstvereine öffnen, denn es gibt sehr wenig aktuelle bildende Kunst zum Thema von der 3. und 4. Generation. Spielfilme sind derzeit die Kunstform der Wahl, um sich des Themas anzunehmen.

Das KL Auschwitz-Birkenau ist jetzt zwar schon vergeben, aber es gibt ja noch genügend andere Fotos von genügend anderen KZs. Einfach Rakel rausholen und loslegen, liebe Ratsuchende! Mit der medialen Begleitung wird es schwieriger als bei Gerd „Genie“ Richter. Denn der Prophet aller Rakelschwinger ist an einem Punkt der Künstlerexistenz angekommen, wo alles, wirklich alles, was er jemals gemacht hat, macht und machen wird, als große Kunst in den Himmel gehoben wird. Er könnte mit dem Staubwedel von Forsait Farbe auf die Fensterscheiben des Albertinums spritzen. Beides würde sofort als Werk musealisiert. (die Performänz und die Spritzer, nicht der Staubwedel). Es sei ihm gegönnt, auf eine Stufe mit Picasso und Michelangelo gestellt zu werden. Ich bleibe skeptisch und warte mal lieber noch 120 Jahre, bevor ich in den Chor, der Gerhards Genius besingt, einstimme.

Eine schöne Idee finde ich die „Spiegelung“ der Ölgemälde durch gleichgroße Fotos eben dieser. Wer es schafft, seine auf Tafeln aufgezogene Materialsammlung an ein Museum zu verkaufen, der wird auch ein Foto seiner Ölgemälde in Originalgröße teuer verkaufen können. Definitiv eine Idee, die man sich merken sollte. So spart man sich Zeit und Produktionskosten. Die Kuratoren nennen das einen „Dialog zwischen Malerei und Fotografie“.

So geht das.

Herr Forsythe wieder – Choreographisches Objekt

Hinterlasse einen Kommentar

Der hier im Blog schon Thema gewesene nun-Ex-Choreograf und nur-noch-Künstler William Forsythe hat wieder zugeschlagen. Nach weißen, an sensorgesteuerten elektromotorgetriebenen Winden hängenden Luftballongs im Festspielhaus Dresden und nach elektromtorgetriebenen Pendeln in Braitn hat er wieder zugeschlagen. Diesmal im Dresdner Lipsiusbau. Zu sehen sind zwei Industrieroboter, die schwarze Fahnen schwenken. Deshalb heißt dieses choreografisches Objekt auch „bläkk flägg“

2001 sah ich im Festspielhaus Hellerau solche Industrieroboter, wie sie mit Tänzern via moschnkäptschur softwär interagierten. robotlab hieß die Truppe und trat im Rahmen der cynetart auf. Das hat mir damals sehr gefallen. Daß es fast 15 Jahre dauert, bis diese Grundidee wieder aufgegriffen wird, hätte ich nicht gedacht. Auf die Interaktion mit Tänzern wurde heuer leider verzichtet.

Aber warum ich diese Ausstellung überhaupt erwähne ist ein Video, welches etwas versteckt im ersten Stock gezeigt wurde.
Liebe Ratsuchende, festhalten! Jetzt kommts:

1.Nehmt eine Schüssel aus Klarglas.
2. Füllt die Schüssel mit Wasser.
3. Gebt schwimmfähige Objekte (hier Erdbeeren) in dieses Wasser. Lass von oben einen Wasserstrahl in die Schüssel, so daß die schwimmfähigen Objekte (hier Erdbeeren) durcheinandergewirbelt werden.
4. Filmt das ganze. Wie ihr das Video nennt ist egal, aber schreibt im Kunsterklärzettel auf jeden Fall sowas wie:„Die Tatsache, dass man eindeutig Muster erkennen kann und die Erwartung des Betrachters eine tiefere Erkenntnis der Abläufe zu erlangen, sind wie eine leicht absurde Demonstration über die Freuden intuitiven choreografischen Verstehens.“ (William Forsythe)

Das ist definitiv einer Erwähnung in diesem Blog würdig. Ich bin begeistert! So muß das sein. Ab sofort werde ich euch auch Tipps für Kunstwerke geben, die sich von kindlichen Welterkundungen inspirieren lassen. Was haben wir als Kind nicht alles in Erwartung einer tieferen Erkenntnis beobachtet! Teig, der vom Löffel tropft; schmelzende Eiswürfel in Cola; Vanillesoße auf Götterspeise; Zucker und Zimt auf heißem Grießbrei; Schnee, der auf Tannen fällt und und und …

Das Besondere an dem Video ist sein Format. Es ist rund. Also nicht wirklich rund, sondern mit einer Maske versehen, so daß man nur die runde Schüssel und den Wasserstrahl sieht. Alles andere ist hinter Schwärze verborgen.
Originalfoto:

 

forsaiterdbvid
Eine gute Idee. Nehmt nächsten Sommer unbedingt eine Videokamera mit, wenn ihr die Verwandschaft zur Erntezeit im Schrebergarten besucht.

Dieses Blog wirkt – Veranstaltungshinweis

Hinterlasse einen Kommentar

Liebe Ratsuchende!

Im C.Rockefeller Center For The Contemporary Arts in Dresden eröffnet am 12.6. und am 28.6. eine Ausstellung! Und zwar eine besonders lohnenswerte aus Sicht des Blogwarts.
Ich freu mich und gestatte mir, aus dem Ankündigungstext zu zitieren: „Wir laden Sie herzlich ein zur Einzelausstellung “WM 2014″ des Künstler GRR WEST (b.1972, studierte an der Liverpool Art School, England).
Zweiunddreißig Kruzifixe tragen die Heimtrikots aller teilnehmender Nationen. Jede Figur ist aus Kunstharz gegossen, handbemalt und lackiert. Die Größe beträgt 24 x 14 cm. Die Figuren haben eine Aufhängung an der Rückseite. Es werden ausgewählte Spiele im Ausstellungsraum übertragen.“
Das erste art viewing beginnt um 19 uhr mit Brasilien gegen Kroatien.

Das ist doch einfach, oder?

P.S.: Über dieses Austellungszentrum könnt ihr euch im Selbststudium auf deren Internetauftritt informieren. Ich finde die dort gezeigten Sachen meistens so lala und nicht wirklich erwähnenswert. Schließlich will ich nur Ratschläge zur Verfertigung wirklicher zeitgenössischer Qualitätskunst® erteilen.

Große Jahresendausstellung 2013 !

Hinterlasse einen Kommentar

Der werten Kundschaft zur Kenntnis:

Die Galerie Schürhaken zeigt ab dem 12.11.13 Werke von Hadrian Durst, dem britischen Enfant terrible der Kunstszene. Bekannt wurde er durch seine essbaren, in unvergälltem Ethanol eingelegten, Obstpräparate und seine mit Bein überzogenen Halbedelsteine.

Diesmal präsentieren wir zum ersten mal in dieser Stadt weitere Varianten seiner beliebten weißen Quadrate auf bunten Punkten sowie die neueste Serie von Fischschuppenbildern.

Besuchen Sie die Gallerie Schürhaken!

Zu finden in der Dr.–Doerr-Straße 7 in Süd! Geöffnet Montags bis Sonnabends von 10 bis 22 Uhr und selbstverständlich auch am verkaufsoffenen Sonntag im Dezember.

Die Galerie Schürhaken liefert in bewährter Weise auch in diesem Jahr pünktlich vor den Weihnachtsfeiertagen. Rechtzeitge Bestellung vorausgesetzt!

Wer hätte das gedacht!

Hinterlasse einen Kommentar

Stephan Balkenhol benutzt Vollpfosten.

Dieses Blog wirkt 2

Hinterlasse einen Kommentar

Liebe Ratsuchende,

Wenn ihr euch bisher zu unsicher wart, meine Ratschläge zu befolgen, weil ihr vielleicht glaubtet, dass ich nur Quatsch schreiben würde oder gar eine Persiflage, dann lasst euch beweisen, dass dem nicht so ist. Die von mir hier vorgestellte Methode wirkt! Seht selbst den Beweis. Seit letztem Wochenende kann man im Foyer der Galerie »Neue Meister« der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden dies bewundern:
forsythewedel1
forsythewedel2
Das sind Staubwedel in Kunststeinhaltern. Das ganze ist, obwohl mehrfach vorhanden, ein »Choreographisches Objekt«. Es heißt »TOWARDS THE DIAGNOSTIC GAZE«. Ihr könnt: „…die Staubwedel in die Hand nehmen, sie mit ausgestrecktem Arm in vollkommener Ruhe vor Euch halten und spüren, wie die ‚Erschütterung‘, vom eigenen Herzschlag ausgelöst, sich als minimale Schwingung über den Arm, die Hand bis in die Spitzen der Federn ausbreitet. …“ (Zitat SKD).

Das war doch einfach, oder? Und so sinnig! Denn dieses Objekt begleitet die Ausstellung
»Erschütterung der Sinne«

Fabriziert hat diese installative Raumarbeit der Choreograph Forsythe. Der Mann ist in der Tanzkunst seit Jahrzehnten ein ganz Großer. Er ist derartig groß, dass er seine Tanzcompagnie gleichzeitig mit hessischen und sächsischen Steuergeldern finanziert bekommt. Nun weiß ich nicht, was in seinem Vertrag mit Sachsen steht. Aber es scheint, als wäre er verpflichtet, sich einmal im Jahr mit einer Aktion an das Publikum außerhalb der Tanzszene zu wenden. Im vorigen Jahr ließ er eine riesige weiße Hüpfburg aufblasen. Dazu gab es wertvolle Erklärungen von ihm. Dieses Jahr erfüllt er, so scheint es mir, seine Vertragspflicht mit diesem »Choreographischen Objekt«. Ich finde das Klasse. Ich bin begeistert. Also lasst euch nicht entmutigen! Ihr seid auf dem richtigen Weg. Hier in den Kommentaren könnt ihr von euren Erfolgen berichten. (Gern auch anonym.)

PS: Die Hervorhebungen in Fettschreibung sollen Hilfestellungen für Kunsterklärzettel sein. Die Verwendung solcher Begriffe ist angeraten. Aber dazu komme ich später.

Dieses Blog wirkt 1

Hinterlasse einen Kommentar

Notiz vom 4.7.2015:

Der Link im Originalartikel ging zu einer PDF-Datei auf der Webseite des cynal e.V.. Leider haben sich meine Hoffnungen auf einen klassischen Kunstblog aus Dresden auch hier nicht erfüllt. Zum 1.7.15 wurden die Maschinen abgestellt. Ruhe in Frieden, cynal.de!

Aber die Anleitung gibt es noch immer. Sie steht nach wie vor auf der Hohmpädsch des Künstlers, lesefreundlich in html und mit Originalfotos. Danke, Professor Bosslet!

 

Originalpostung:

Andere haben sich entschieden, ebenfalls eine Kunstanleitung zu veröffentlichen. Weiter so! „Hier klicken! Bitte ganz nach unten scrollen“
Wäre ich jetzt Teil der dresdner Kunstszene, müßte ich mich über die Trittbrettfahrerei des verbeamteten Kunstlehrers ärgern. Aber zum Glück bin ich das nicht. Ich begrüße ausdrücklich weitere Anleitungen für Euch, meine lieben Ratsuchenden. Außerdem bin ich ein bischen neidisch. Einkaufswagen in der Frühe auf dem noch leeren Supermarktpark– platz zum Kreis zusammenzuschließen ist definitiv ein Kunstprojekt, das diesem Blog würdig ist.
Man könnte noch vier rote Stumpenkerzen drauf verteilen. Aber nur, damit man so einen Einkaufswagenkreis nicht als Witz angetrunkerner Gymnasiasten auf dem Nachhauseweg verkennt.

Zum Aninstitut der Dresdner Kunsthochschule, genannt „Kunsthaus Dresden“ komme ich vielleicht später mal.