Ratschlag 99 – Smartphone voraussetzende Kunstausstellungskunst selbstgemacht

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Diesmal benötigst du neben gewissen technischen Voraussetzungen auch einen längeren Zeitraum, um dieses Werk zu vollenden. Aber wenn du heute beginnst, kannst du es im Februar ausstellen. Denn Ja! Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben.

Hier eine weitere Anleitung:

1. Schritt: Nimm eine alte Bude.

2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.

3. Schritt: Nimm dir irgend ein langes Werk der Weltliteratur. Auch eine Gedichtsammlung aus dem 19. Jahrhundert ist passend. Lies jeden Tag zwanzig Seiten, falls du dich für Belletristik entscheidest. Lies jeden Tag ein Gedicht, falls du dich für eine Gedichtsammlung entscheidest. Nach dem Lesen sprich einen fünfminütigen Monolog in dein Aufnahmegerät. Ob Bildaufzeichnung oder reine Tonaufzeichnung liegt in deinem Ermessen. Sprich darüber, was das Lesen dieser zwanzig Seiten/des Gedichts mit dir innerlich gemacht hat. Das ziehst du die vollen 800 Seiten durch. Du darfst nicht zitieren! Aus deinen 5-Minuten-Dialogen machst du einen Podcast und stellst ihn auf eine Seite im Internet, deren Adresse nicht ohne weiteres auffindbar ist. Den Link codierst du als QR-Code. Druck diesen viereckigen Code groß aus. Häng den Druck gerahmt an die Wand. Ob du diesen Bildern als Betitelung eine eindeutige, fortlaufende Zahlenfolge gönnst, bleibt dir überlassen. Lass die Leute ihre internetfähigen Smartfohns und Tebletts vorort benutzen. (Achtung: Netzverfügbarkeit vorher kontrollieren!) Die Besucher sollen mithilfe der QR-Codes jeweils ein Podcast abrufen. Eventuell kannst du Kommetare zulassen, die von den Besuchern direkt unter die QR-Code-Bilder geschrieben werden können. Dazu müsstest du noch Stifte und Zettel darunter anbringen.

4. Schritt: Nenn das ganze irgendwie kryptisch und über das Werk an Sich hinausweisend.

5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

PS: Dein Mörchendeisingstand nimmt während der Ausstellungsdauer Vorbestellungen für die DVD mit dem gesammlten Podcasten entgegen. Das Ausliefern nicht vergessen!

Bildschirmhintergrundbild mit Kalendarium für Dezember 2015

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Neuer Monat – Neues Glück !

dezember 2015

cc-by-sa 3.0 Kurt Ernst

Ratschlag 98 – verhüllende Kunstausstellungskunst selbstgemacht

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Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben.

Hier eine weitere Anleitung:

1. Schritt: Nimm eine alte Bude.

2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.

3. Schritt: Befestige große, quadratische, blickdichte Stoffhüllen, ca. 1,5m x 1,5m, mit ihren Ecken an die Wand. In diesen Hüllen befinden sich Gegenstände. Mach es dem Betrachter schwer, zu erkennen, was genau sie sind. Z.B. ein Hocker mit der Sitzfläche zur Wand. Man erkennt nur vier Spitzen der Beine.

Raune im Kunsterklärzettel erratisch über das Geheimnis, das Verborgene im Sichtbaren und was dir noch in dieser Richtung einfällt. Die Grenze zur behauptistischen Kunst ist überschritten, wenn du im Text irgendwas, nicht ohne weiteres Nachprüfbares, behauptest.

4. Schritt: Nenn das ganze irgendwie kryptisch und über das Werk an Sich hinausweisend.

5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

Ratschlag 97 – dunlopphile Kunstausstellungskunst selbstgemacht

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Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben.

Hier eine weitere Anleitung:

1. Schritt: Nimm eine alte Bude.

2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.

3. Schritt: Such dir verschiedene Materialien, die sich spanend bearbeiten lassen. Holz, Styropor, Gasbeton, Gips, Speckstein, Paraffin und anderes. Schnitze daraus Autoreifen im Maßstab 1:1. Zur Herstellung des Reifenprofils kannst du auch eine Fräse verwenden. Die  fortgeschrittenen Handwerker unter euch werden keine Probleme haben, das Reifenprofil als Tribals, Jugendstilornamente oder ähnlichem auszuführen. Wollt ihr witzig sein, dann fräst ihr in das Profil Dinge ein, die der Reifen überfahren haben könnte. Schuhspitzen und Mausköpfe etwa.  Stell die Reifen in den Raum oder bau diese typischen Reifenpyramiden.

4. Schritt: Nenn das ganze irgendwie kryptisch und über das Werk an Sich hinausweisend.

5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

PS: Für dein Mörchendeising gieße solche Reifen im Maßstab 1:30 aus Bienenwachs.

Ratschlag 96 – maschinengeknüpfte Kunstausstellungskunst selbstgemacht

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Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben.

Hier eine weitere Anleitung:

1. Schritt: Nimm eine alte Bude.

2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.

3. Schritt: Sammle Teppiche unterschiedlicher Größe. Lege sie in der Mitte des Raumes übereinander. Die Größten zuunterst den Kleinsten zuoberst. Am Ende liegt im Ausstellungsraum eine pyramidenähnliche Form, gestaltet aus Teppichen.

4. Schritt: Nenn das ganze irgendwie kryptisch und über das Werk an Sich hinausweisend. Oder du nimmst politisch Stellung und beziehst deinen Titel auf Zikkurate im heutigen Kriegsgebiet.

5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

Ratschlag 94 – Zombie–formalistische Kunstausstellungskunst selbstgemacht

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Zombie–Formalismus bezeichnet eine Stilrichtung der abstrakten Malerei. Wo Gott Gerhard noch rakelt, wird bei Bildern des Zombie–Formalismus geschmirgelt, abgezogen und sandgestrahlt. Wichtig ist, dass das Werk aussieht wie eine flüchtig gespachtelte, auf Tapete wartende Wand. Das Werk erzählt nichts. Es hat keinen Inhalt, keine Bedeutung außer seiner reinen Existenz. Genau das richtige für Leute, die irgendwas mit Kunst machen wollen. Beliebt bei Leuten, die irgendwelche Kunst für was auch immer brauchen. Hauptsache großformatig.

Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben.

Hier eine weitere Anleitung:

1. Schritt: Nimm eine alte Bude.

2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.

3. Schritt: Nimm Leinwände aus dem Baumarkt. Beginne mit zwei Schichten Farben, die du flächig aufträgst. Nach dem Antrocknen schleifst du die Leinwand mit der Farbfläche nach unten solange über den Garagenboden, bis sich eine zufriedenstellende Struktur ergibt. Wichtig: Die Farben sollen sich nicht beißen!

Wenn du geübter bist, dann kannst du mit den Farbschichten experimentieren. Z.B. an den Ecken jeweils verschiedene Farben und dann alles mit 100er Sandpapier überschleifen. Du kannst auch Farbschichten auftragen und die oberen Schichten mit Lösungsmittel wieder partiell abwaschen.

Ist dir Farbe zu umständlich, kannst du auch Materialbilder herstellen. Aber zu Materialbildern komme ich nochmal extra.

Wichtig ist die totale Leere, die sich bei der Betrachtung einstellt. Mit Zen hat Zombie Formalismus allerdings nichts zu tun.

4. Schritt: Nenn das ganze irgendwie kryptisch und über das Werk an Sich hinausweisend.

5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

 

Das war doch einfach, oder?

Ratschlag 93 – Selfie–Kunstausstellungskunst selbstgemacht

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Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben.

Hier eine weitere Anleitung:

1. Schritt: Nimm eine alte Bude.

2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.

3. Schritt: Nimm eine Schaufensterpuppe. Gestalte ihren Kopf als Selbstbildnis. Nun stellst du dich daneben und machst ein Selfie. Dann verkleidest du dich z.B. als Jimmi Hendrix und machst ein Selfie. Danach folgen Selfies mit dir als Adolf Hitler, Warhol, Steve Jobs, Beckenbauer usw.. Wenn du das Prinzip erfasst hast, kannst du dir nach eigenem Gusto Gruppierungen von Leuten zusammenstellen. Falls du einen Kommentar mit dem Werk abgegeben willst, wechsele die Fotografierperspektive nicht. Entweder alle Selfies sind von dir als Verkleidetem gemacht worden oder aus dem Blickwinkel der Puppe.

Drucke die Selfies in passender Größe aus und behänge die Wände damit.

4. Schritt: Nenn das ganze irgendwie kryptisch und über das Werk an Sich hinausweisend oder mit einem sprechenden, erklärenden Titel.

5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

Ratschlag 92 – Konzeptkunstausstellungskunst selbstgemacht

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Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben.

Hier eine weitere Anleitung:

1. Schritt: Nimm eine alte Bude.

2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.

3. Schritt: Nimm Gegenstände des täglichen Lebens. Mach von diesen eine 1:1–Abformung. Gieß sie in Bronze. An die Wände hängst du Bilder der Gegenstände. Diese Bilder machst du, indem du die Gegenstände auf den Skänner legst. Es bleibt dir überlassen, ob du die eingeskännten Bilder vergrößerst oder im Maßstab 1:1 ausdruckst.

4. Schritt: Nenn das ganze nachdem, was du abgeformt hast. Vergiss eindeutige Zahlenkombinationen als Teil des Titels nicht. Der Kunsthandel wird es dir danken. Nenn es also »newspaperpile I-VI« oder »X-Box 3 24/12« oder »toothpastetube 934« .

5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

Ratschlag 91 – skulpturale textile Kunstausstellungskunst selbstgemacht

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Diese Anleitung sollte exklusiv zuerst auf diesem Ratgeberblog erscheinen. Aber mittlerweile sah ich so viele dieser Kunstwerke, dass es mir inzwischen scheint, als wäre es der Notbehelf für Künstler, falls ungünstige Räume bespielt werden müssen. Deshalb veröffentliche ich diesen Tippp trotzdem und zwar ausdrücklich als „Zaubertrick“ für den Fall, irgendeine Wand schreit am Ende des Ausstellungsaufbaus noch nach einem Werk. Das Material kann man immer platzsparend im Werkzeugkoffer mitführen oder leicht besorgen.

 

Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben.

Hier eine weitere Anleitung:

1. Schritt: Nimm eine alte Bude.

2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.

3. Schritt: Nimm eine Stange von etwa 30 cm und ein Tuch aus weichfallendem Gewebe. Steck die Stange in die Wand, so dass sie herausragt. Drapier das Tuch gefällig und die Stange verbergend. Wichtig ist, dass es skulputral aussieht. Einfach ein Handtuch anhängen, ist zu wenig.

4. Schritt: Nenn das ganze irgendwie kryptisch und über das Werk an Sich hinausweisend.

5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

Bildschirmhintergrundbild – Oktober 2015

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Das Kalendarium ohne Feiertage wegen der regionalen Unterschiede. Viel Spaß!

oktobervorbei15

Der Oktober ist vergangen.

Foto: cc-by-sa-3.0 Kurt Ernst

 

Ratschlag 90 – textilveredelnde Kunstausstellungskunst selbstgemacht

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Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben.

Hier eine weitere Anleitung:

1. Schritt: Nimm eine alte Bude.

2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.

3. Schritt: Schlag Nägel in die Wand. Häng Kleiderbügel dran. Häng auf die Kleiderbügel T-Schirts. Bemal diese vorher mit Textilfarbe. Krakelige Zeichnungen, Porträts deiner Bekannten. Schreibe deren Namen darunter. Verwende T-Schirts der Größe XXXL, denn deine Sammler wollen sie eventuell tragen.

4. Schritt: Nenn das ganze irgendwie kryptisch und über das Werk an Sich hinausweisend.

5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

Ratschlag 89 – abstrakt-übermalende Kunstausstellungskunst selbstgemacht

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Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben.

Hier eine weitere Anleitung:

1. Schritt: Nimm eine alte Bude.

2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.

3. Schritt: Besorg dir Reproduktionen von Gemälden alter Meister. Übermale sie abstrakt.

4. Schritt: Nenn das ganze irgendwie kryptisch und über das Werk ansich hinausweisend.

5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

PS: Falls euch der 3. Schritt zu kurz geriet, hier nochmal etwas ausführlicher: Ihr nehmt zum Beispiel einen Leinwanddruck vom »Mann mit dem Goldhelm« oder von einem richtigen Rubens. Dann testet ihr für den Anfang mit einem Bildbearbeitungsprogramm im Computer die Bildkomposition. Farbspritzer oder nasse Farbflächen, die nach unten auslaufen sind möglich. Oder ihr malt ein seltsames Netz über das Bild oder oder oder. Habt ihr etwas Zufriedenstellendes ausgetüftelt, dann schreitet ihr zur Tat.

Ratschlag 87: feinmechanische Kunst selbstgemacht

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Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben.

Hier eine weitere Anleitung:

1. Schritt: Nimm eine alte Bude.

2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.

3. Schritt: Nimm Quarzuhrwerke für Wanduhren. Häng sie an die Wand. Befestige an den Zapfen statt der Zeiger Schnüre. Diese Schnüre wickeln sich durch die Drehung der Zapfen auf die Zapfen. Dadurch kannst du leichte Gegenstände die Wand emporziehen lassen. Zum Beispiel Rauschgoldengel.

Bedingt durch die Langsamkeit der Bewegung kannst du diese Uhrwerke auch am Ende eines Tapeziertischs platzieren. Dann kannst du ein Autorennen simulieren. Oder du zeichnest Laufbahnen wie im Olympiastadion auf den Tisch und lässt Läuferfiguren ins Ziel ziehen. Je nach Lust und Laune kannst du das als Kommentar zur Dopingproblematik oder zur Schönheit des Sports darstellen. Statt Läufern kannst du auch Figuren von Schwimmern in einem 3D-Drucker herstellen.

4. Schritt: Nenn das ganze irgendwie kryptisch und über das Werk ansich hinausweisend.

5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

Sommergeplauder 4: Das Kunsthaus Dresden dreht das große Rad oder Fördermittel beflügeln!

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Hochsommer, mein Tiekholzdecktschär und ein richtig schön kalter Eistee bringen mich in Plauderlaune. Heute plaudere ich ein wenig über die letzte Ausstellung der Saison im Kunsthaus Dresden Sie begann am 20.6.2015 und endet am 20.9.2015.  Sie heißt:

Künstliche Tatsachen:Boundary Objects

 

Diese Ausstellung war der letzte Teil eines dreiteiligen Projekts, welches durch den Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes, durch das Goethe–Institut und durch das IFA bezahlt wurden. In der Projektbeschreibung las sich das so: „Mit Künstliche Tatsachen initiiert das Kunsthaus Dresden. Städtische Galerie für Gegenwartskunst zusammen mit Künstler/innen, Ethnolog/innen, Historiker/innen und Kurator/innen aus Südafrika, Benin und Deutschland ein internationales Recherche-, Kunst- und Ausstellungsprojekt. Im Zentrum des Projektes stehen Objekte aus europäischen und afrikanischen Sammlungen, deren historische Entstehung unmittelbar mit kolonialen Geographien und Ethnographien verbunden ist. Dabei interessieren sowohl der damalige wie heutige Status – etwa als Trophäe oder als Beweisstücke einer entstehenden wissenschaftlichen Disziplin – und die Biographien solcher Objekte, an denen die Zurichtungen, Nachbearbeitungen und Eingriffe am Gegenstand selbst deutlich werden, als auch die gegenwärtigen Konventionen und zukünftigen Möglichkeiten ihrer Zurschaustellung in Museen und anderen Ausstellungskontexten. Die Aktivierungen an drei Stationen – Cape Town, Porto-Novo und Dresden – verstehen sich als eine Plattform, um gemeinsam mit Partner/innen und Expert/innen aus afrikanischen Ländern neuartige künstlerische Handlungsformen und kulturelle Umgangsweisen zu erproben. Ziel ist es, in einem experimentellen Veranstaltungsformat jeweils einen unbefriedeten Sammlungsgegenstand exemplarisch zu aktivieren’ und davon ausgehend Formen des Umgangs zu skizzieren, die über eine wesentliche Kolonialität der Kultur (Derrida) hinausweisen könnten.“

Das klingt doch erstmal gut, oder? Zum unverzichtbaren Handwerkszeug von Kuratoren, hier eine Frau Goltz, gehört das Postulieren von Prämissen und die anschließende Untermauerung dieser mit irgendwelchen Zitaten von irgendwelchen Großdenkern. Würde ich mich nicht so höllisch vor der Derridaschen Desintegration fürchten, würde ich mal nachschauen, was der Jaques mit der „wesentlichen Kolonialität der Kultur“ gemeint haben könnte. Vielleicht erklärt es mir ein Mutiger(*)in unter euch. Ich hab da allerdings so meine Befürchtungen bezüglich Signalwörtern und so.
Die dritte und abschließende Station Dresden jedenfalls bekam eine Ausstellung im KHDD und verschiedene Vorträge der beteiligten Künstlerixinnen in den Räumen der HfBK. Einer der Hauptgründe für das Projekt scheint mir gewesen zu sein, Künstler_Ininnen auf Projektmittel die Welt bereisen zu lassen. Da habe ich nichts dagegen.

Der Anspruch war: „Mit zum Teil eigens für die Ausstellung entstandenen Werken fordern internationale Künstler/innen den eingeübten Museumsblick der visuellen Kolonisierung heraus. In ihren Arbeiten untersuchen die Künstler/innen Blickregime und hinterfragen die Geste des Zeigens und Repräsentierens und letztlich der Konstruktion des ‚Anderen’ im Museum. Dabei interessieren sie sich für den zukünftigen Status der Objekte, die einstmals als kulturgeschichtliche Belegobjekte, Souvenirs und Trophäen gesammelt wurden und heute zunehmend einer globalisierten World Art zugeschrieben werden. Auf die Rahmung durch Vitrinen folgen nun Spotlight und Podest.“

Dieser Anspruch wurde nicht eingelöst. Eher war Ratlosigkeit das vorherrschende Gefühl beim Ausstellungsbesuch. Das ist kein Wunder. Wenn man als Außenstehender nur die Abschlussveranstaltung eines Projektes besucht, dass im vergangenen September begann, dann bleibt Fremdeln nicht aus. Es blieb mir bis heute unbekannt, was in Südafrika und Benin im Rahmen dieser „Aktivierungen“ alles vor sich ging. Die Ausstellung in Dresden war abweisend und seltsam hermetisch. Es war offensichtlich von vornherein nicht vorgesehen, dem uneingeweihten, aber interessierten Publikum von der Straße wie mir, eine zufriedenstellende Ausstellung zu geben.

Dabei hätte es interessant werden können. Diskussionen um den Umgang mit völkerkundlichen Hinterlassenschaften sind in Dresden seit den 1990ern nichts unbekanntes. Mal ging es um das Verhältnis heutiger indigener Mittelamerikaner zum Dresdner Maya-Kodex, mal um Federschmuck der nordamerikanischen Prärieindianer. Besonders hohe Wellen schlug die Rückforderung echter Skalpe durch american natives aus dem Karl-May-Museum im letzten Jahr. Das Thema ist in Dresden also durchaus präsent.

Wie war die Ausstellung? Es gab wieder die übliche Melange aus wenigen guten Sachen und viel Behauptismus. Sehr gut gefielen mir die Arbeiten von Dierk Schmidt und das Video von Penny Siopis. Da die Ausstellung ohnehin nicht wirklich für die Öffentlichkeit konzipiert war, frage ich auch nicht wirklich, was Paolo Nazareths Auseinandersetzung mit der Bevölkerung Brasiliens in einem Projekt über afrikanische Hinterlassenschaften in europäischen Museen zu suchen hat. Ich nehme an, er ist ein sehr charmanter Mann. Oder ich frage nicht, was ein Perfomänzabend mit kubanischem Voodoo sollte? Den hab ich aus Angst um mein Seelenheil lieber nicht besucht. Ich frage auch nicht, warum Karl Waldmann ausgestellt wurde? Die Geschichte hinter Karl Waldmann ist mit der Karl Ranseiers vergleichbar und entsprechend lustig. Aber nur weil auf Waldmanns konstruktivistischen Collagen Fotos afrikanischer Artefakte verwendet wurden, hängt er in dieser Ausstellung? Na, ich weiß nicht. Auch die Arbeiten des Burning Museum aus Kapstadt gingen am Thema vorbei. Es waren auf Riesig ausgedruckte, schwarzweiße JPEGs von irgendwas total Irgendwasigem. Nach dem Lesen des Kunsterklärzettels ist man nicht viel schlauer. Es ist halt blöd, wenn Wissen zum Kunstverständnis fehlt und auch nicht nachgeliefert wird. So wie hier das Wissen um das südafrikanische Wirken der Herrnhuter Brüderunität. Die Bilder erklärten auch nichts. Behauptistische Kunst, die die Kurve nicht kriegt.

Nun gut, ich bin kein Teil des Projekts, deshalb kann ich das vielleicht nicht beurteilen. Mit Lisl Ponger war auch ein inzwischen großer Name vertreten. Nur, was hat ihr Werk mit Afrika zu tun? Es dreht sich bei diesem C-Print um Nordamerika und die dortige indigene Bevölkerung. Vielleicht deshalb war noch extra ein Podest neben dem Bild aufgestellt. Es wurde suggeriert, dieses würde zum Werk Lisl Pongers gehören. Auf diesem Podest stand neben schwarz-rot-goldenem (!) Tinneff ein aufgeschlagenes Buch mit einem Foto, das Samoanerinnen bei einem Begrüßungstanz für den deutschen Konsul 1936 zeigen. Preisfrage: Zu welchem Kontinent zählt Samoa? Bonusfrage: Bis wann hatte Deutschland dort eine Kolonie? Die Antwort ist egal. Wenn es um die Nazizeit geht, ist auch das KHDD kaum zu bremsen. Deshalb bekam diese Zeit weit überproportional viel Raum. Und das meine ich wortwörtlich.

Reiterdeutsued

Dieses Buch ist nicht hilfreich!

Als Hobbyhistoriker freute es mich, ausführlicher mit der weithin vergessenen Deutschen Kolonialausstellung im Dresden des Jahres 1939 konfrontiert worden zu sein. Es hieß dazu im Begleittext: „Die Installation „VON EINGEBORENEN BESCHÄDIGT “ reinszeniert den kolonialen Blick der Dresdner Kolonialausstellung von 1939 und fragt nach der Herstellung einer exotischen und kolonialen Kulisse.“ Entweder erfuhr der Begriff der Reinszenierung in letzter Zeit einen grundlegenden Bedeutungswandel oder es ist die KHDD-typische Kuratorenlyrik. Zu sehen gab es Faksimiles von Zeitungsseiten, Ausstellungsplakaten und des damaligen Katalogs. Das ganze war an Sisalbespannung gepinnt, bekrönt von Geweihen afrikanischer Wildtiere. Richtig ist, dass es in der Ausstellung seinerzeit ebenfalls einige Ausstellungswände gab, die mit Sisalgewebe bespannt unter Antilopengeweihen standen. Die Instalation hier und heute gleich eine Reinszenierung zu nennen, ist allerdings Aufschneiderei. Die am Sisal angepinnten Pappen mit den Faksimiles waren bunt durcheinandergewürfelt mit Schautafeln, die die Geschichte des deutschen Reiterdenkmals in Windhuk erzählen. Dies deswegen, weil das Symbol der Kolonialausstellung jenes Denkmal aus ehemals Deutsch-Südwest gewesen wäre. Das ist leider falsch. Einzig die Deutsche Reichspost benutzte das Reiterdenkmal für ihren Sonderstempel. Aber diese ins Auge springende Tatsache hat die Kuratorin und die Künstlerin Emma Wolukau-Wanambwa nicht bekümmert. Nur durch diese Geschichtsklitterung haben sie überhaupt erst eine Installation hinbekommen, die wunschgemäß beides verknüpft, deutsche Kolonien und Nazis. Sehr schön waren die im Raum verteilten jungen Sisalpflanzen aus Plastik. Zusammen mit den Sisalsäcken an der Wand und den Antilopenhörnern waren sie voll die Reinszenierung zur Herstellung einer exotischen und kolonialen Kulisse. (Vielleicht sollte ich dies mal beim nächsten Besuch in einem afrikanischen Spezialitätenrestaurantmal anbringen?) Und weil das noch nicht reichte, gab es noch eine große Vitrine mit Nazi-Propagandabroschüren zum Thema Kolonien zu bestaunen. Ganz interessant, wenn auch nicht zu den Projektprämissen passend. Aber die Botschaft ist so klar wie kurz: Deutsche Kolonien sind voll Nazi! Ich bedaure die armen Schulkinder, die in ihrer Projektwoche so etwas über sich ergehen lassen mussten.

Mir fehlten als Autseider eindeutig das interne Wissen, sonst hätte ich vielleicht etwas mit dieser Ausstellung anzufangen gewusst. So muss ich annehmen, die Kuratorin hätte hier bewusst irgendeine bunte Mischung Ausstellungsstücke nach der Methode der Google-Bildersuche zusammengesammelt und in das Haus geschüttet, nur um bei der Abrechnung der Fördermittel schicke Fotos von schick hergerichteten Ausstellungsräumen vorweisen zu können. Zum Glück ist Freitags der Eintritt frei!

Man könnte jetzt das KHDD-typische Schludern für diese Ausstellung verantwortlich machen. Wenn man allerdings weiß, dass das Kunsthaus Dresden in Wahrheit das „An-Institut für Ausstellungstheorie und -praxis an der HfBK Dresden“ ist, dann wundert man sich nicht über die bewusste Irreführung des Publikums. Das war eine Versuchsanordnung. Stimmt’s?

cairopostnefertiti

Nicht immer bekommt man, was man erwartet!

So, das war es erstmal mit dem Kunsthaus Dresden. Vielleicht sollte ich es ab nächster Saison für meine Praxistipps berücksichtigen. Bis jetzt sind noch keine Ausstellungspläne für die Saison 2015/2016 durchgesickert. Sehr viel schlimmer als die vergangene Saison kann es eigentlich nicht werden. Ich bin gedämpft optimistisch und bleibe drann!

Upcycling-Kunstausstellungskunst selbstgemacht – Ratschlag 86

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Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben.
Hier eine weitere Anleitung:
1. Schritt: Nimm eine alte Bude.
2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.
3. Schritt: Sammle ausgemusterte Gesangmikrofone in schwarz. Bündel sie zu Trauben. Installier im Raum ein Gestell, welches an ein Weinspalier erinnert. Flechte aus alten Kabeln etwas wie Rebstöcke und häng die Mikrofontrauben hinein. Blattwerk ist fakultativ. Eventuell wären dafür Notenblätter oder Liedtexte angeraten. Die sollten dann aber mit altem Kaffeesatz eingefärbt sein.
4. Schritt: Nenn das ganze irgendwie kryptisch und über das Werk an Sich hinausweisend.
5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

Praxisbeispiele Ostrale 2014 C) reine Kunstausstellungskunst

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ostraleerprobt2

Der dritte und letzte Teil der Praxistipps der vorjährigen Ostrale. Ich bin schon gespannt, welche Tipps bei der diesjährigen herausspringen.

C7) Eine rote, wandgroße Fläche ähnlich wie in A4 beschrieben. Darauf sind in Reih und Glied weiße Gipsteile angeordnet. Erst auf den zweiten Blick erkennt man die ausgegossenen Verpackungen von geschnitten Käse und Wurst. Ja, genau diese Schalen, die ihr in eurem Kühlschrank habt. Diese gipsernen Verpackungsinnenvolumen wurden nun angeordnet, ohne das eine innere Ordnung erkennbar gewesen wäre. Nicht mal bei Leuten, die ihre Kühlschranktür mit Bananenstickern vollkleben, dürfte diese Art Küchendekoration auf Gegenliebe stoßen. Und als Kunstwerk ist es selbst für Ostraleverhältnisse ein künstlerischer Tiefpunkt, auch wenn es ironisch gemeint gewesen wäre.

Ratschlag: Finger weg ohne stringente Grundidee! Mit Idee gehen auch ausgegossene Jogurt-Becher oder Kaffekapseln.

 

C8) »Ich habe hier irgendwoher 30 messingne Vorhängeschlösser. Könnte man da etwas draus machen? Mal sehen! Vielleicht einen Kreis? Hmm. Da lass ich am besten den Bügel des ersten Schlosses im Loch des zweiten Schloss einrasten. Das könnte klappen. Nun weiter, bis der Bügel des letzten Schlosses im ersten Schloss einrastet und der Kreis geschlossen ist. Geschafft! Wie nenne ich das am besten? Grübel,grübel! Ja, ich nenne es „Geschlossene Gesellschaft“! Das war doch einfach oder? Aber irgendwie sind die Schlösser zu klein. Da wird meine genialische Idee viel zu leicht übersehen. Ich hab’s! Ich bau die Schlösser nach. Richtig groß und unübersehbar.«

Ratschlag: Heutzutage, wo auch zum Kreis zusammengeschlossene Einkaufswagen als Kunst durchgehen, kann man solche Albernheiten offensichtlich gut bei Kuratoren unterbringen. Bevorratet euch mit solchen Werken wie Löffelstielfächer, LAN-Kabel-Netz, Fahrradschlosskette, Schuhkreis u.ä.

 

C9) Die vier Jahreszeiten waren und sind ein beliebtes Thema unter Künstlern. Bastel dir vier Videos aus Einzelbildern zusammen. Dazu nimmst du einen Selfistick. Halte ihn, natürlich mit Kamera, in Hüfthöhe und mach eine Fotoserie von dir, während du dich einmal um die eigene Achse drehst. Das sieht dann ungefähr wie ein Vine-Video aus, nur länger. Jetzt machst du das einmal im Sommer am Strand, im Herbst im Wald, im Frühjahr auf einer Wiese und im Winter im Schnee. Dann fehlen nur noch vier Monitore, die die vier Videosequenzen gleichzeitig abspielen und Kuratoren, die dir das abnehmen.

Ratschlag: Nach wie vor gilt, Videos unter 3 min gehen immer

 

C10) Ein Dreiminutenvideo namens „Bestätigung“. Der Titel ist in IAE übersetzt. Ein Mann im Anzug bekommt von Leuten außerhalb des Bildes auf die Schulter geklopft und den Kopf getätschelt. Man sieht also nur die Arme und Hände. Der Clou an der Sache ist, daß dieses Video so nicht existiert, sondern nur drei Fotos.

Ratschlag: Drei-Minuten-Videos gehen immer. Wenn ihr irgendwelche Probleme mit dem Video habt, extrahiert einfach einige Videostills der Schlüsselszenen.

 

 

 

kannweg

Treten Sie näher, meine Damen und Herren! Zehn Schuß – 5 Euro! Für acht abgeschossene Ziele gibt es den großen Altweltaffen in Plüsch als Preis!

Praxisbeispiele C1 – C6 hier

Praxisbeispiele Ostrale 2014 – A) Raumaustattung/Inneneinrichtung

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ostraleerprobt2

Liebe Ratsuchende,

Mir ist dieser Tage aufgefallen, dass ich euch die versprochenen Praxisbeispiele der Ostrale 2014 noch schuldig geblieben bin. Ich hole dies hiermit nach und beginne wieder mit Ideen für den Wohnraum:

A4) Eine Wand in weinrot, darauf ein weißer Engelsflügel aus glasfaserverstärktem Polyester, 1,5 Meter groß. Rings um den Flügel Kalligrafie. Ein Gedicht? Eigene Aphorismen? In jedem Fall unlesbar. Schrift als grafisches Wandelement. Davor ein Beistelltischen mit einer kopfähnlichen Plastik. Sowas kann man zwar auch aus dem gehobenen Einrichtungshaus bekommen, wenn es jedoch selbst produziert ist, ist es doch irgendwie befriedigender. Man macht bella figura und kann es Kunst nennen.

Ratschlag: Die passenden Duftkerzen nicht vergessen!

 

A5) Ein hüfthoher Stapel Tageszeitungen, aus denen Pilze wachsen, sind ein schöner Verweis auf den DIY-Gedanken der Kunst. Solche Pilzzuchtsets für Seitlinge wurden vorallem in den 1990ern vom Gartenversandhandel angeboten. In jener prä-Internetzeit gab sogar Anleitungen auf Papier, wie man aus Pilzzucht einen Lebensunterhalt macht.

Ratschlag: Kunstzucht ist derzeit lukrativer als Pilzzucht. Vor allem im Zeitalter holzfreien Papiers. So ein lebendes Kunstwerk ist eine nette Anekdote für den elterlichen Keller. Also dort, wo auch der Rest eurer frühen Kunstproduktion bis zu eurem Durchbruch aufbewahrt wird.

 

A6) Die Türöffnung ist umklebt mit mehreren Reihen A4-Papier. Die Blätter sind alle mit denselben Bildern bedruckt. Abwechselnd in schwarz-weiß und weiß-schwarz.

Ratschlag: Auf das Muster achten! Es muss zu den Gardinen passen.

 

A7) Kreisrunde MDF-Platten von 1,20 Metern Durchmesser sind mit Indigo und Bleu bestrichen. Yves Klein lässt grüßen.

Ratschlag: Versehen mit einer LED-Hintergrundbeleuchtung gut für Schlafzimmer geeignet.

 

A8) Nimm ein Drahtnetz mit nicht zu feinen Maschen. Schneide Fahrradschläuche in 20 bis 30 cm lange Stücke. Stecke diese Stücke in das Drahtnetz, so dass die Schlauchenden alle zu einer Seite zeigen. Dann hast du nicht nur ein ostraletaugliches Kunstwerk, sondern auch eine schallschluckende Wanddekoration.

Ratschlag: Sehr gut für heutige, sparsam eingerichtete Wohnungen ohne Gardinen geeignet.

 

A9) Ein Gestell stand im Außenbereich, in welches mit Schnüren relativ frei schwingend unterschiedliche Bleche und andere flache Gegenstände eingespannt hatte. Davor war ein Gartenschlauch mit einem Gardenia-Pistolengriff deponiert. Man nahm den Schlauch und konnte mit dem Wasserstrahl auf den Blechen Töne erzeugen.

Ratschlag: Das ist etwas für Gartenfreunde mit Kindern oder zur Ausgestaltung des Freibads.

 

tuamoretu

Hier könnte deine Duftkerze stehen!

 

Ratschläge A1 bis A3 hier

Bildschirmhintergrundbildtapete mit Kalendarium für Juli 2015

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Im Juli geht es wieder los mit der Ostrale. Am Freitag, den 10.7. wird die Eröfffnung gefeiert.

juli2015vorbei 
Schon wieder ein Sommermonat dahin. 
Was wird der August bringen? 
Zumindest beim Desktopcalendar wissen wir es schon.

cc-by-sa-3.0-kurt-ernst

Katastrophenkunstausstellungskunst selbstgemacht – Ratschlag 85

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Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben.
Hier eine weitere Anleitung:
1. Schritt: Nimm eine alte Bude.
2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.
3. Schritt: Nimm Bauschutt, Windbruch und eventuell ein Mopedwrack. Verteil alles auf dem gesamten Galerieboden. Von der Galeriedecke hängen aufgespannte Fallschirme, an denen wiederum Geigerzähler hängen. Lass diese ticken und schnarren, wie es das Publikum aus dem Fernsehen kennt. Vielleicht vermischt mit Grillenzirpen. Als besondere Attraktion empfehle ich einen starken Luftstrom durch ein Gebläse, der aber nur ab und an für 10 Sekunden durch das Kunstwerk bläst. In diesen Luftstrom kannst du in geringen Mengen fein zerstäubtes Wasser einsprühen. Wenn Feuchte vom Galeristen nicht gewünscht wird, tut es auch Geruch. Dann vor den Ventilator einfach einen Mülleimer mit fauligen Kartoffeln, Kraut und Fleisch stellen. Aber bitte nicht zu offensichtlich!
4. Schritt: Nenn das ganze irgendwie kryptisch und über das Werk an Sich hinausweisend.
5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

post-Post Kunstausstellungskunst selbstgemacht – Ratschlag 84

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Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben.

Hier eine weitere Anleitung:

1. Schritt: Nimm eine alte Bude.

2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.

3. Schritt: Häng an die Wände Bilder im Stile On Kawaras. Aber die Datumsangaben und Statusmeldungen müssen aussehen wie jene bei Twitter, Fäsbuk, Wattsäpp etc. Schreib im Kunsterklärzettel irgendwelche Wortwolken von post-Internet-Kunst

4. Schritt: Nenn das ganze irgendwie kryptisch und über das Werk an Sich hinausweisend.

5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

nichtvegane Kunstaustellungskunst – Ratschlag 82

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Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben. Hier eine weitere Anleitung:

1. Schritt: Nimm eine alte Bude.

2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.

3. Schritt: Nimm Beutel aus Leder, sie können die Form der sogenannten Totbägs haben, und häng sie auf. Wahlweise kannst du auch eine Totbäg selbst herstellen. Dann aber gleich in vergrößertem Maßstab von mindestens dreifacher Größe. Nimm in dem Fall für die Henkel nicht zu dünnes Leder. Schmück sie eventuell mit Muschelschalen und Federn. Häng sie an die Galleriedecke. Füll sie halb mit Quark. Und obendrauf gib Kirschschelee mit ganzen Früchen. Halte Frischmilch parat, um das Objekt nach zwei Wochen neu zu befeuchten.

4. Schritt: Nenn das ganze „Die Frucht der guten Tat“ oder irgendwie kryptisch und über das Werk an Sich hinausweisend.

5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

 

Achtung: Fabrizier eigene Totbägs aus Jute und verkauf sie. Mördchendeising ist wichtig.

Bildschirmhintergrundbild mit Kalender Mai 2015

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Zu Pfingsten sind die Geschenke am geringsten!

So war es auch dieses Jahr.

Mai vorbei 2015

Bild: cc-by-sa-3.0 de

 

Ein Bildschirm mit Kalendarium für Mai 2015. Diesmal mit Feiertagen, da ich auf GIMP 2.8 umgestellt habe.

Der Juni ist auch ganz schön.

voll total süße Kunstausstellungskunst selbstgemacht – Ratschlag 81

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Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben.  Hier eine weitere Anleitung:

1. Schritt: Nimm eine alte Bude.

2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.

3.Schritt: Pack einen Flachbildfernseher mehrlagig in durchsichtige Geschenkfolie inklusive einer dieser aufklebbaren, stark farbigen Schmuckschleifen. Brandschutz beachten! Es soll einer dieser modernen Fernseher sein, die auch Videodateien von USB-Sticks abspielen können. Der USB erspart dir Kabelsalat. Lass Katzenvideos von 3 Minuten Länge als Schleife abspielen. Dazu kannst du dann das richtige im Kunsterklärzettel schreiben oder auch nicht.

4. Schritt: Nenn das ganze irgendwie kryptisch und über das Werk ansich hinausweisend.

5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

Kartonagenkunstausstellungskunst selbstgemacht – Ratschlag 80

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Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben. Hier eine weitere Anleitung:

  1. Schritt: Nimm eine alte Bude
  2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.
  3. Schritt: Bemal sorgfältig und sauber Kartongs mit Neonfarbe. Bemal sie nur innen, nicht außen! Drapier sie im Raum wie es sich anbietet. Wie weit geöffnet oder nicht die Kartongs präsentiert werden, ist dir überlassen. Anazom- und DAL-Kartongs sind möglich. Allerdings hängt es von der gewünschten Aussage ab, wie plakativ du werden willst.
  4. Schritt: Nenn das ganze irgenwie kryptisch und über das Werk an sich hinausweisend.
  5. Schritt: Mach eine Eröffungsparty

Das war doch einfach, oder?

 

Neoliberale Kunstausstellungskunst selbstgemacht – Ratschlag 79

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Du kannst deine eigene Ausstellung zeitgenössischer Kunst haben. Hier eine weitere Anleitung:

1. Schritt: Nimm eine alte Bude.
2. Schritt: Mach sie zum Ausstellungsraum.
3. Schritt: Nimm einen Schreibtisch, einen Stuhl, einen PC und ein altes PC-Spiel. Lass das Publikum daddeln und projizier den Haiskor an die Wand gegenüber. Der Gewinner bekommt als Preis eine Flasche Champagner. Mach von der Flasche ein Preisfoto und befestige es über der Projektionsfläche. Aber: Dieser Preis wird zur Eröffnung verliehen, da der Gewinner von vornherein feststeht. Der Preis geht an deinen Kurator, denn er besitzt die Produktionsmittel… etc. pp. usw. usf. Der Zeitpunkt der Preisvergabe wird während der Ausstellungsdauer nicht mehr kommuniziert.
4. Schritt: Nenn das Werk „Bewerbungsmarathon“.
5. Schritt: Mach eine Eröffnungsparty!

Das war doch einfach, oder?

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